AAAA Suzukis Allrad-Zwerge im Härtetest

Zwei Knirpse, beide knuffig-kultig, beide mit Allradantrieb. Mit dem Jimny und dem Ignis hat Suzuki zwei kompakte 4x4-Modelle im Angebot, die einige Gemeinsamkeiten haben - aber dennoch kaum unterschiedlicher sein könnten.

Mirko Stepan / mid |

Es ist ein Treffen der Generationen, wenn man den Ignis mit dem Jimny zusammenbringt. Der eine - ein Geländeveteran. Neben Mercedes G-Modell, Jeep Wrangler, Lada Niva und dem inzwischen beerdigen Defender von Land Rover ein echtes Urgestein, dessen Geschichte 1970 mit dem Suzuki LJ10 beginnt, der den Beinamen "Jimny" trägt. Er ist das erste allradgetriebene Kei-Car, so nennt man in Japan die kastenförmigen Kleinstwagen. Zehn Jahre später kommt das Nachfolgemodell LJ80 auf den deutschen Markt.

Der andere ist ein Jungspund, der Vertreter einer neuen Generation. "Micro-SUV" heißt das bei Suzuki, - der Hipster unter den SUV. Der Ignis soll eine junge Zielgruppe ansprechen, soll Lebensgefühl vermitteln. Also genau die Aufgaben übernehmen, mit denen der Jimny vor fast 50 Jahren auf die Straße geschickt wurde.

Für alle, die ihr Gefühl von Freiheit nicht nur aus dem Besuch eines innerstädtischen Reisebüros saugen, sondern auch mal auf vier Rädern abseits befestigter Straßen unterwegs sind, hat Suzuki dem Ignis einen Allradantrieb spendiert. "Allgrip" nennen sich diese 4WD-Systeme bei dem japanischen Autobauer, und drei verschiedene Spielarten hat Suzuki im Angebot. Der einfachste namens "Allgrip Auto" steckt im Ignis, und anders als bei den größeren SUV SX4 S-Cross und Vitara arbeitet er mit einer Visko-Kupplung.

Das System schickt dann die Kraft an die Hinterräder, wenn vorne der mechanische Grip abreißt - manuelle Eingriffe wie das Zuschalten einer Untersetzung sind hier nicht möglich und es gibt keine Fahrmodi, die Einfluss auf die Arbeitsweise des Allradantriebs nehmen. Außer einem Grip-Control-Schalter, der bei ganz schlechten Bedingungen, etwa auf Schnee, für Traktion sorgt. Mit seinen 18 Zentimeter Bodenfreiheit ist der Ignis zusätzlich gut gerüstet für solche Bedingungen. Doch das System ist auch im Alltagseinsatz ein Gewinn. Etwa bei feuchten, schmierigen Straßen. Hier bietet ein Allradantrieb mehr Sicherheit, weil das Auto spurstabiler unterwegs ist. Das ist in dieser Klasse eine echte Ausnahme.

Die Top-Variante "Allgrip Pro" findet sich im Offroad-Alleskönner Jimny, der auch in schwerem Gelände kaum zu stoppen ist - wie der Härtetest in den irischen Bergen nördlich von Dublin zeigt. Dank zuschaltbarem Allradantrieb und starrer Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse mittels Verteilergetriebe und zusätzlicher Untersetzung stellen aufgeweichte Waldwege, tiefe, matschige Spurrillen, Pfützen und grobe Steinbrocken für den Jimny keine Herausforderung dar - im Gegenteil. Ohne solche Bedingungen muss man sich die Frage stellen, was man mit einem Auto wie diesem anfangen sollte. Der Einstieg auf die hinteren Plätze erinnert an eine ungeliebte Turnübung aus Schulzeiten, der Kofferraum ist mit 113 Liter Fassungsvermögen winzig und der Platz auf den vorderen Sitzen überschaubar. In schnell gefahrenen Linkskurven kommt man seinem Beifahrer sehr nahe, dann ist Zwangskuscheln angesagt.

Wer nicht regelmäßig ins Gelände fährt, findet hunderte passendere Autos in dieser Preisklasse und Größenordnung mit rund 3,70 Meter Länge. Zum Beispiel den Ignis. Anders als der Jimny, der ein Kultauto ist, muss sich der Neue dieses Prädikat erst verdienen. Das Zeug dazu bringt er mit, schließlich ist er der erste seiner Art. Dazu kommt sein ansprechendes Design, wobei die Heckpartie nicht bei jedem gut ankommt. Vom vorn und von der Seite sieht das Micro-SUV aber sehr ansprechend aus, und auch der Innenraum passt. Die Verarbeitung ist gut, dazu kommt eine zweifarbige Interieurgestaltung mit farbigen Dekoelementen, die auf die Außenlackierung abgestimmt sind. Das sieht jung und modern aus und passt zu einem Kleinwagen. Der jungen Zielgruppe dürfte das auch gefallen.

Ungewöhnlich in dieser Klasse: Die einzeln verschiebbaren Rücksitze, die wie der Allradantrieb ab der Ausstattung "Comfort" zu haben sind. Sie vergrößern den Laderaum von 204 Liter in der hintersten Stellung zuweilen um entscheidende Zentimeter. Maximal passen mit umgeklappten Sitzen 1.086 Liter hinein. So viel Alltagstauglichkeit bringen wenige Kleinstwagen mit.

Aber kann der Ignis dem Jimny ans Leder? Auf der Straße auf jeden Fall, denn da kommt dem Neuling das ausgewogenere Fahrwerk zugute, das sogar noch ein wenig straffer sein könnte. Sein 1,2 Liter großer Vierzylindermotor mit 66 kW/90 PS ist agil, wenn man ihn höher dreht - dann pendelt sich der Verbrauch allerdings auch bei knapp unter sieben Liter je 100 Kilometer ein. Suzuki gibt für den Allrader fünf Liter an (114 g/km CO2). 165 km/h Spitze sind ebenfalls ausreichend.

Der Jimny mit seinem 1,3-Liter-Vierzylinder und 62 kW/84 PS wirkt im direkten Vergleich um einiges behäbiger als der Ignis - er ist und bleibt eben ein echter Geländewagen. Abseits befestigter Straßen kann ihm kaum einer etwas vormachen, schon gar nicht die junge Verwandtschaft. Den Verantwortlichen bei Suzuki wäre es wahrscheinlich am liebsten, wenn sich die Käufer einfach für beide entscheiden. Den Ignis, bei dem der Allradantrieb vor allem unter dem Aspekt "Sicherheit" zu sehen ist, für die Stadt und den Jimny für den Wald.

Der Suzuki Ignis 1.2 Dualjet Allgrip "Comfort" kostet mindestens 15.990 Euro. Der Einstiegspreis des Jimny liegt 400 Euro darunter.

Zum Schluss

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