AAAA Mitfahrt: Mercedes-Maybach G650 Landaulet

Wann haben Sie sich zum letzten Mal in einem Auto privilegiert gefühlt? Wir haben dieses Erlebnis den Daimler-Entwicklern zu verdanken, die sich das G-Modell vorgenommen haben, um es in ein Fahrzeug der Extreme zu verwandeln.

Jens Meiners |

Dem Philosophen Peter Sloterdijk haben wir die Information zu verdanken, dass das Wort „WaBenzi“ auf Suaheli "Politiker" bedeutet – Menschen, die einen Benz fahren. Wann haben Sie sich zum letzten Mal in einem Auto privilegiert gefühlt? Wir haben dieses Erlebnis den Daimler-Entwicklern um Dr. Gunnar Güthenke zu verdanken, die sich das vielfach bewährte G-Modell vorgenommen haben, um es in ein Fahrzeug der Extreme zu verwandeln: den Mercedes-Maybach G650 Landaulet.

Schon die Modellbezeichnung gibt wichtige Details preis: Basis ist das G-Modell, allerdings das aggressive Sondermodell mit Spurverbreiterung und wie im Unimog per Versatzgetriebe hochgelegten Achsen, mit denen die Bodenfreiheit auf stolze 45 Zentimeter wächst. Unter der Haube steckt kein Achtzylinder mehr, sondern der von zwei Turboladern zwangsbeatmete Sechs-Liter-Zwölfzylinder aus dem in geringen Stückzahlen gebauten G65 AMG. Statt des Stahldachs wird das eigentlich vor vier Jahren aus dem G-Programm gestrichene Stoffverdeck eingebaut. Und schließlich hat man den Radstand um 58 Zentimeter verlängert – um Platz für die "First-Class"-Sitzanlage aus der Mercedes-Maybach S-Klasse zu schaffen. Und so hat man dieses G-Modell gleich in das Maybach-Programm einsortiert. Daimler-Chef Dieter Zetsche war so begeistert vom Konzept, dass er sofort grünes Licht gab und die ursprünglich geplante Stückzahl erheblich nach oben korrigierte, nämlich auf exakt 99 Einheiten.

Es dürfte kein Problem darstellen, die Kleinserie in kürzester Zeit abzusetzen: Unser Eindruck könnten kaum positiver sein. Denn schon von außen sieht dieser G aus, als könne ihn nichts aufhalten: Er steht auf polierten 22-Zoll-Rädern und Reifen der Dimension 325/55 R 22, die unter breiten, teillackierten Kohlefaser-Kotflügeln montiert sind. Ob der Weg nun über Felsbrocken, tiefe Schlaglöcher oder schlammigen Untergrund führt – dieser opulente Off-Roader kommt praktisch überall durch. Und dank seiner extremen Bodenfreiheit bleiben Buschwerk und Niederholz, zwischen die Räder genommen, meist völlig unversehrt. Wie bei jedem G-Modell gehören ein Untersetzungsgetriebe und drei Differentialsperren zum Serienumfang.

Das Fauchen der 630-PS-Maschine ist im Vergleich zur AMG-Variante zwar etwas gedämpft, es bleibt aber unüberhörbar und dient damit als Indikator für die enormen Fahrleistungen des G650 Landaulet. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist trotz 3,3 Tonnen Leergewicht und unterdurchschnittlicher Aerodynamik in weniger als sechs Sekunden erledigt, und wenn nicht der Abregler bei 180 km/h gebieterisch eingriffe, könnte dieser Geländewagen wohl locker 250 km/h erreichen. Er ist nicht unbedingt für Hochgeschwindigkeitsfahrten gedacht, aber wenn entsprechende Order vom Rücksitz erteilt wird, kann der Chauffeur geradezu blitzartig beschleunigen.

Er waltet in einem Cockpit, das sich von einem regulären, natürlich vollausgestatteten G-Modell nur in Details unterscheidet. Die Schalter und Instrumente sind verschiedenen Baukästen entnommen, und insgesamt zeichnet sich die Armaturentafel durch ihren eigenständigen, inzwischen allerdings reichlich angestaubten Charme aus.

Im Fond präsentiert sich der Off-Roader von einer gänzlich anderen Seite. Die Maybach-Sitzanlage kann weitgehend flachgelegt werden, sie wird durch eine energische Massagefunktion und ausklappbare Tische komplettiert. Diese eignen sich wiederum hervorragend zum Abstellen der massiven, versilberten Champagnertulpen aus dem Hause Robbe & Berking. Die Mittelkonsole und die zwei eckigen Handschuhfächer im Fond kommen aus dem Cockpit des G-Modells und unterstreichen den spezifischen Charakter dieses Modells. Acht belederte Haltegriffe, hochfloriger Teppich, flauschige Kissen und eine elektrisch betätigte Trennscheibe, die sich per Knopfdruck von transparent auf opak umschalten lässt, komplettieren das Bild eines unübertroffen luxuriösen Passagierabteils. Schade finden wir nur, dass es keine Alternative zu den obligatorischen Kohlefaser-Applikationen gibt. Edelholz würde besser zu diesem Maybach passen.

Das gut gefütterte Stoffverdeck wird in rund 20 Sekunden elektrisch versenkt und zwar ausschließlich von den Hintersitzen aus. Erst mit geöffnetem Dach lässt sich dieser Geländewagen so richtig genießen, sei es, um bei der Großwildjagd die Tierwelt zu beobachten, um sich etwas Wind um die Nase fächeln zu lassen oder um sich den überraschten oder bewundernden Blicken der Umgebung zu stellen.

Noch steht der Preis nicht fest, doch es würde uns nicht überraschen, wenn dieses Ausnahmefahrzeug letztlich für eine halbe Million Euro notieren würde. Obwohl es sich um einen Mercedes-Maybach handelt: Jetzt wissen wir, wie es sich als „WaBenzi“ lebt.

Datenblatt Mercedes-Maybach G650 Landaulet

Länge x Breite x Höhe (m): 5,35 x 2,25 x 2,24
Radstand (m): 3,43
Motor: V12-Benziner, 5980 ccm, Biturbo
Leistung: 463 kW / 630 PS bei 5000-5300 U/min
Max. Drehmoment: 1000 Nm bei 2300-4300 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: < 6,0 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: nicht vekannt
CO2-Emissionen: nicht bekannt (Euro 6)
Leergewicht: ca. 3300 kg
Räder / Reifen: 9,5 J x 22 / 325/55 R 22
Zum Schluss

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