„Redet mit den Führungskräften“

Wer 1995 oder später geboren ist, gehört zur Generation Z. Wenn diese Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt strömen, müssen sich Firmen umstellen.

LARISSA LEE ... |

Generation Z? Das hört sich ein bisschen nach Weltuntergang an. Und es stimmt, diese Generation kennt Krisenzeiten, denn zu ihr gehören im weitesten Sinne die Jugendlichen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden. Manche sind bereits in den ersten Job gestartet, viele von ihnen sind an den Universitäten oder werden bald ihr Studium beginnen.

Sie haben andere Vorstellungen vom Berufsleben als Vorgängergenerationen. Zwischen ihnen und den Arbeitgebern drohen Konflikte.

 Mit welchem Geburtsjahr diese Generation beginnt, ist umstritten. Für den Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann gehören zur Generation Z die Jugendlichen, die nach 2000 geboren wurden. Der Generationenforscher Christian Scholz nennt das Geburtsjahr 1995 als Startpunkt. Diese Kinder sind während der Wirtschaftskrise groß geworden und haben miterlebt, wie angeschlagene Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die Straße schickten.

 Vielleicht haben diese jungen Menschen deshalb vor allem Sehnsucht nach einem sicheren Arbeitsplatz. Geld sei ihnen dagegen nicht so wichtig, sagt Hurrelmann. Die Arbeit müsse Spaß machen. Außerdem legen sie Wert darauf, flexibel zu arbeiten, um Familie und Hobbys mit dem Job unter einen Hut zu bringen.

Die Generation will nicht mehr Karriere um jeden Preis machen – so steht es zumindest in der Shell-Jugendstudie, die Ende 2015 veröffentlicht wurde. Überstunden werden deshalb oft nicht akzeptiert.

 Eigentlich müssen sich die Zler keine großen Sorgen wegen ihrer beruflichen Zukunft machen – das gilt jedenfalls dann, wenn sie gutqualifiziert sind. „Der Markt hat sich gedreht, die Personalabteilungen fragen an“, sagt Hurrelmann. Um für die jungen Leute attraktiv zu sein, müssen Unternehmen sich umstellen und neue, flexible Strukturen anbieten. Dazu gehören beispielsweise Home-Office-Tage. Doch was kann die Generation Z selbst tun, um sich auf das Arbeitsleben vorzubereiten?

 „Redet mit euren Führungskräften!“, fordert Scholz die Generation Z auf. Nur wer klar kommuniziert, wird Freizeit und Beruf tatsächlichunter einen Hut bekommen. Zum Thema direkte Kommunikation gehört auch die Frage: Wie löse ich Konflikte?, betont Hurrelmann. Die Generation Z meide gerne den direkten Weg. Statt mit demVorgesetzten zu reden, wende sie sich zunächst lieber an den Betriebsrat, sagt Scholz. Solche Strategien können nach hinten losgehen. Stattdessen sollten die Betroffenen erst einmal versuchen, mit der Führungskraft eine Lösung zu finden, rät er.  

 Die Generation Z ist außerdem die erste Generation, die alles mit dem Computer macht und mit Tablet, Smartphone und Co. aufgewachsen ist. Hier kann es ebenfalls Probleme geben. Laut Hurrelmann sind die jungen Menschen daran gewöhnt, dass alles immer schnell geht. „Während Multitasking ihre Stärke ist, fällt es ihnen schwer, in langen Zyklen zu denken und sich länger zu konzentrieren.“ Deswegen sollten sich junge Menschen bewusst werden, dass zum Arbeiten auch einmal langweilige und längerfristige Projekte gehören.

 Viele dieser Fähigkeiten werden an den Universitäten und Schulen nicht vermittelt. Der erste Job ist dehalb in den meisten Fällen ein Sprung ins kalte Wasser. Für die Zler gilt das ganz besonders. Sie sollten sich deshalb frühzeitig überlegen: Wie bereite ich mich auf dasArbeitsleben vor? „Die jungen Leute können drängen jetzt zu lernen,damit sie später nicht in Defizite hineinlaufen“, sagt Hurrelmann. Ein geeignetes Mittel dafür sind Praktika.

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