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Talentscout, PR-Agent, Musikproduzent oder Künstler? Die Popmusikbranche ist ein beliebtes Berufsfeld mit vielfältigen Möglichkeiten.

LARISSA LEE ... |

Viele Teenager träumen davon, einmal als Popstar auf der Bühne zu stehen. Doch welche Berufe gibt es im Bereich Popmusik überhaupt? Viele Musiker, DJs und Sänger träumen davon, mit ihrem Talent eine erfolgreiche Künstlerkarriere zu starten. Das ist ein langjähriger Prozess, bei dem Durchhaltevermögen und Ehrgeiz gefragt sind. „Auch wenn man talentiert ist, braucht man ein gutes Fundament“, sagt die Italodisco-Künstlerin Nea. Die Sängerin hat etwa sechs Jahre lang Gesangunterricht genommen, sammelte in Tanzbands Erfahrung und lernt gerade Gitarre spielen.

 Am Anfang braucht es erst einmal Songs. Dafür sollte man sich mit einem guten Produzenten zusammentun und sich eventuell eine Band suchen. Danach geht es um Aufmerksamkeit: Flyer, eine gute Internet- und Social-Media-Präsentation sowie Live-Auftritten, rät Nea. Wichtig ist auch, Kontakte in die Musikbranche zu knüpfen. Musikhochschulen bieten außerdem Bachelorstudiengänge mit Schwerpunkten wie Sologesang, Popmusik und Komposition an. Der Talentscout, auch bekannt als A&R Manager, akquiriert, entdeckt und fördert neue Künstler. A&R steht für Artists and Repertoire (Künstler und Inhalte). Das Ziel: neue Talente zu finden und sie für Plattenfirmen, Künstleragenturen oder Verlage unter Vertrag zu nehmen. „A&R-Arbeit ist Netzwerkarbeit“, sagt Hubert Wandjo, der auf 20 Jahre Erfahrung in der Branche zurückblickt und heute Businessdirektor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg ist.

 Eine gradlinige Ausbildung gibt es für diesen Job nicht. Vielmehr brauche man eine große Leidenschaft für Musik, Künstler und  Kenntnis ihrer Szenen, die Fähigkeit, zukünftige Trends zu erkennen, Empathie und Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge, erklärt er. An Hochschulen, die Studiengänge im musikwirtschaftlichen Bereich anbieten, gibt es oft Wahlfächer wie Künstlerentwicklung. „Aber auch Ausbildungsberufe in A&R-lastigen Unternehmen führen zum gewünschten Berufsziel“, sagt Wandjo.

 Der PR-Agent bei einer Plattenfirma oder einer Agentur kümmert sich um die Beziehung des Künstlers zur Öffentlichkeit. „Es geht darum, einen Musiker zu pushen, medial zu präsentieren und ein Image zu kreieren“, erklärt Holger Ballwanz, der eine Agentur mit Fokus auf die Musikbranche leitet. Ein PR-Agent bearbeitet Presseanfragen und kümmert sich um den Social-Media-Auftritt. „Man muss sich aber schon für Musik interessieren und ein Gefühl dafür haben“, sagt der 40-Jährige. Wer Presseagent werden möchte, muss belastbar, sprachgewandt und multitaskingfähig sein. „Es kommt darauf an, dass man gut mit den Medien und in der Branche vernetzt ist und sich mit dem Künstler identifizieren kann“, sagt Ballwanz. Den Grundstein für diese Karriere legt man am besten mit einem Studium oder einer Ausbildung im Bereich der Kommunikationswissenschaften oder PR, mit anschließendem Agenturvolontariat. Das dauert etwa ein bis zwei Jahre.

Der Produzent ist Teil des Entwicklungsprozesses eines Musikstücks. Er nimmt die Songs im Studio auf, mixt und optimiert sie, erklärt Oliver Pinelli, selbstständigerMusikproduzent. „Es gibt Produzenten, die verstehen sich eher als Dienstleister, ich zum Beispiel habe einen eigenen künstlerischen Kopf“, sagt der 48-Jährige. Musikproduzenten arbeiten oft als Freelancer, doch auch große Plattenfirmen stellen Produzenten an. Wer diese Karriere anstrebt, sollte dafür sorgen, dass er im kleinen Rahmen ein leistbares Equipment hat, rät Pinelli. Wichtig ist, gängige Musikproduktionsprogramme zu kennen. Im Internet gibt es Tutorials. Auch eine tontechnische Ausbildung oder ein Studium zum Tonmeister sind gute Grundlagen. Wer will, dass seine Musik gehört wird, kann sie auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Soundcloud und Youtube hochladen. „Man sollte verstehen, dass man sehr hart arbeiten muss“, sagt Pinelli.

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