Vorsicht, Steuer!

Viele ältere Menschen verdienen sich zu ihrer Rente etwas dazu.  Möglicherweise müssen aufgrund der Extra-Einnahmen Steuern gezahlt werden.

TOM NEBE, DPA |

Mancher Rentner benötigt mehr Geld zur Existenzsicherung. Andere haben einfach noch viel Spaß am Arbeiten. Dabei sollten Ruheständler jedoch nicht vergessen: Ihre zusätzlichen Einnahmen führen unter Umständen dazu, dass sie Steuern zahlen müssen.

Steuern fallen erst an, wenn die Summe aus zu versteuerndem Renteneinkommen und möglichen weiteren Einkünften den steuerlichen Grundfreibetrag übersteigt. Dieser beträgt 2016 für Ledige 8652 Euro. Wer bislang keine Steuern zahlen musste, sollte bei neuen Nebeneinkünften prüfen, ob künftig Steuern anfallen, empfiehlt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuervereine.

Wer mit der Regelaltersgrenze von 67 Jahren in Rente geht, kann prinzipiell so viel hinzuverdienen wie er will. Werden schon vor dieser Schwelle Renten bezogen, müssen bestimmte Zuverdienstgrenzen beachtet werden. Überschreitet man diese, werden die Rentenzahlungen anteilig gekürzt. Wer etwas steuerfrei hinzuverdienen will, kann einen Mini-Job annehmen.

 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aber auch selbstständige Tätigkeiten sind erklärungspflichtig. Vorausgesetzt, man nimmt damit mehr als 410 Euro pro Jahr ein. Bleibt das summierte Einkommen aus der Rente und den Einkünften unter dem Grundfreibetrag, dann wird keine Steuer fällig.

Rentner, die noch in einem Anstellungsverhältnis sind, für das eine elektronische Steuerbescheinigung ausgestellt wird, sind regelmäßig verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen. Das kann sich manchmal auch positiv auszahlen: Mit seiner Einkommenssteuererklärung kann man dann durchaus etwas von seinen Steuern zurückbekommen.

 Renten werden abhängig vom Renteneintrittszeitpunkt besteuert. Wer zum Beispiel 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent der Rentenzahlungen versteuern. 30 Prozent sind der Rentenfreibetrag. Ein Beispiel: Die Bruttorente beträgt 10 000 Euro im Jahr. 3000 Euro wären steuerfrei, 7000 Euro müssten versteuert werden. Dieser Rentenfreibetrag bleibt immer gleich, auch wenn sich die Rentenzahlungen erhöhen. Mit jeder Rentenerhöhung steigt damit der Anteil des zu versteuernden Einkommens. 2005 lag der Steueranteil noch bei 50 Prozent. 2020 werden es 80 Prozent sein, 2040 schließlich 100 Prozent.

Der Eingangssteuersatz ist bei 14 Prozent festgesetzt – dieser Anteil wird mindestens vom letztlich zu versteuernden Einkommen abgezogen. Die Steuerlast hängt auch davon ab, welche Ausgaben in der Steuererklärung eingetragen werden. So können etwa Zuzahlungen zu Brillen, Zahnersatz oder Kuren steuermindernd angesetzt werden. Das Finanzamt errechnet dann aus allen Einnahmen abzüglich der Ausgaben die zu zahlende Steuer.

Wie alle Steuerpflichtigen können Rentner Werbungskosten in ihrer Steuererklärung geltend machen. Wer allerdings keine Zuverdienste hat, wird in der Regel nur den Pauschalbetrag von 102 Euro geltend machen können.

Bei den Sonderausgaben können dagegen mitunter einige Posten von der Steuer abgesetzt werden – etwa der Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung, Zahlungen zur Haftpflichtversicherung, Kirchensteuer oder Spenden. Das Gleiche gilt für den Behindertenpauschalbetrag oder die übrigen außergewöhnlichen Belastungen oberhalb der sogenannten zumutbaren Belastung, wie etwa für Krankheitskosten. Das kann schon einiges ausmachen. Unter Umständen fällt man damit sogar wieder unter den steuerlichen Grundfreibetrag.

Auch die familiäre Situation hat Einfluss auf die Höhe der Steuer. Bei Ehepartnern, die zusammen die Steuererklärung machen und das Ehegattensplitting erhalten, bleibt gegebenenfalls mehr vom Hinzuverdienst steuerfrei als etwa bei ledigen Rentnern.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr